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©Dirk Oberschelp

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Bild:Namibia Regions numbered.png

  1. Caprivi (Katima Mulilo)
  2. Erongo (Swakopmund)
  3. Hardap (Mariental)
  4. Karas (Keetmanshoop)
  5. Kavango (Rundu)
  6. Khomas (Windhoek)
  7. Kunene (Opuwo)
  8. Ohangwena (Oshikango)
  9. Omaheke (Gobabis)
  10. Omusati (Outapi)
  11. Oshana (Oshakati)
  12. Oshikoto (Tsumeb)
  13. Otjozondjupa (Otjiwarongo)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Land

die namib
Wüste Namib
© Bertelsmann Lexikon Verlag, Gütersloh

Namibia, größtenteils im Bereich einer subtropischen Hochdruckzone gelegen, besteht überwiegend aus Wüste und Halbwüste.
Es lassen sich drei Großlandschaften unterscheiden:
Die gesamte Küstenzone wird in 80-130 km Breite von der Namib, einer der trockensten Wüsten der Welt, eingenommen. Nach Osten steigt das Land in einer großen Stufe auf etwa 1200-1700 m Höhe an. Das sich anschließende Hochland wird vereinzelt von Bergen überragt.
Die Temperaturen sind im Hochland deutlich höher als an der Küste, aber nachts kann es empfindlich kalt werden. Nur gelegentlich, an wenigen Tagen des Jahres, fällt einmal Regen. Dann kann es zu gewaltigen Wolkenbrüchen kommen, die die sonst trocken liegenden Flussbetten in kürzester Zeit zu reißenden Strömen werden lassen. Die dritte Großlandschaft Namibias gehört zur Kalahari. Die kärgliche Vegetation dieser Trockensavanne geht nach Osten in Halbwüste über.
Nur im Norden, in der Region Kavango, fällt so viel Regen, dass Ackerbau betrieben werden kann. Hier liegt auch die größte Sehenswürdigkeit des Landes, das Naturschutzgebiet Etoschapfanne. In der Regenzeit sammelt sich in dieser flachen Senke das Wasser und dient einer artenreichen Tierwelt - Zebras, Gnus, Elefanten, Löwen und anderem Großwild - als Tränke.

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Bergbau und Viehwirtschaft

Wichtigste Grundlage für die Wirtschaft des Landes ist der Bergbau, der sich mit wenigen Ausnahmen im Besitz ausländischer, zumeist südafrikanischer Gesellschaften befindet. Neben Diamanten, dem wichtigsten Exportgut, werden Kupfer, Blei, Zink und Uran abgebaut. Die verschlechterte Absatz- und Ertragssituation hatte Mitte der 1980er Jahre zu Rationalisierungen und Kapazitätsabbau geführt. Hiervon waren insbesondere Schwarze betroffen, die ihre Arbeitsplätze verloren.

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Der Agrarsektor ist vor allem als Arbeitsmarkt von Bedeutung, mehr als 40 %der Erwerbspersonen sind hier beschäftigt. Der überwiegende Teil von ihnen muss jedoch infolge der ungleichen Besitzverhältnisse in Armut leben. Die weißen Viehzüchter, die in der Dornsavanne des Hochlandes extensive Weidewirtschaft betreiben, vor allem Rinder und Karakulschafe, verfügen über drei Viertel der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Von Bedeutung ist auch die Küstenfischerei.

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Herero, Nama, Ovambo und Weiße

Namibia weist ethnisch eine vielschichtige Bevölkerung auf.
Die Herero, ein Viehzüchtervolk, wurden in Kriegszügen der deutschen Kolonialherren vom zentralen Hochplateau vertrieben bzw. in einer Art Völkermord vernichtet. Viele von ihnen müssen ihren Lebensunterhalt auf den Farmen der Weißen verdienen. Zu den Hirtenvölkern zählen auch die Nama, Nachkommen der aus dem Kapland verdrängten südafrikanischen Urbevölkerung.

Hendrik Witbooi
Hendrik Witbooi, der einflussreichste Führer der Nama in Südwestafrika im Kampf gegen die Kolonialherrschaft
© Bertelsmann Lexikon Verlag, Gütersloh

Die Ovambo, die etwa die Hälfte der Bevölkerung stellen, leben im Norden des Landes, wo Ackerbau betrieben werden kann. Der äußerste Norden ist das am dichtesten besiedelte Gebiet Namibias. Die Weißen, Nachkommen deutscher Siedler oder britischer, portugiesischer und südafrikanischer Herkunft, stellen zwar nur rund 6 % der Gesamtbevölkerung, bestimmen aber auch nach Erlangung der Unabhängigkeit bis heute das wirtschaftliche Leben.

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Geschichte und Gegenwart

Feier zur Geburt der neuen Nation am 21.03.1990 in Windhuk
© Corbis-Bettmann, New York

Nach über hundertjähriger Fremdherrschaft hat Namibia als vorletztes Land Afrikas 1990 seine Unabhängigkeit erlangt. Die ehemals deutsche Kolonie Südwestafrika war nach dem Ersten Weltkrieg im Auftrag des Völkerbundes von der Südafrikanischen Union verwaltet worden. 1966 entzogen die Vereinten Nationen der Republik Südafrika das Recht zur weiteren Verwaltung und forderten die Selbstbestimmung für die in Namibia lebenden Menschen. Da die südafrikanische Regierung fürchtete, ein freies Namibia könne entsprechend den Mehrheitsverhältnissen in der Bevölkerung zu einem unbequemen Gegner der Apartheid werden, wurden die Pläne der UNO mit allen Mitteln bekämpft. Erst nach langen Auseinandersetzungen und unter dem Druck der Weltöffentlichkeit war Südafrika zur Erfüllung der UNO-Forderungen bereit.

Sam Nujoma                              
Sam Nujoma, der Führer der SWAPO, ist seit 1990 Präsident von Namibia
© Sipa Press, Paris

Nach dem stufenweisen Abzug südafrikanischer Truppen konnten Ende 1989 allgemeine Wahlen für eine verfassunggebende Versammlung durchgeführt werden. Bei den Wahlen gewann die Befreiungsbewegung "South West Africa People's Organization" (SWAPO)Swapo die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Namibia ist nach der im Februar 1990 verabschiedeten Verfassung eine Republik, an deren Spitze der vom Volk direkt gewählte Präsident steht. Sam Nujoma (*1929), der Führer der SWAPO, wurde in dieses Amt gewählt und 1999 erneut bestätigt.

 

Hifikepunye Pohamba , jetziger Präsident von Namibia

Pohamba, der sich eigentlich aus der Politik zurückziehen und auf seiner Farm Rinder züchten wollte, ließ sich auf Bitten Nujomas als Präsidentschaftskandidat aufstellen. Er gewann die Wahl im November 2004 mit 76,4 Prozent der Stimmen.

Vote for Swapo

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Die Wüste Namib

Die kühle und trockene Wüste Namib liegt zwischen dem Atlantik und dem südwestafrikanischen Hochland, das in einer mächtigen Landstufe, der Großen Randstufe, steil zur Küste hin abbricht. Die Namib erstreckt sich entlang der Küste des neuen Staates Namibia und ist durch den extrem geringen und unregelmäßigen Niederschlag eines der trockensten Gebiete der Erde. In der Landessprache heißt "namib" Leere.

Der südliche Teil dieses Wüstenbandes, das an keiner Stelle breiter als 160 km ist, ist sandig und weist einige der größten Sanddünen der Welt auf. Sie verlaufen in Nord-Süd-Richtung und können bei einer Länge von 32 km oder mehr Höhen von 300 m erreichen. Der nördliche Teil der Namib ist eher steinig und gebirgig, und durch Winderosion ist eine Vielzahl skurriler Landschaftsformen entstanden.

Sanddünen in der Namib
© Bertelsmann Lexikon Verlag, Gütersloh

Mit dem Benguelastrom, dem Meeresstrom, der vom Kap der Guten Hoffnung nordwestwärts bis zum Äquator fließt, kommen kalte Gewässer vor die namibische Küste. Dies ist die Ursache für das ungewöhnliche Klima und Ökosystem der Namib. Über den kalten Küstengewässern kühlt sich die herangeführte Luft ab, und es entstehen dicke Dunst- und Nebelbänke, die sich landeinwärts bewegen und der fast regenlosen Wüste Feuchtigkeit bringen. Zwar fällt in der Namib tatsächlich kein regelmäßiger Niederschlag, dennoch erreicht die Luftfeuchtigkeit über der Wüste den Sättigungspunkt. Nebel und Tau sind für eine Reihe entsprechend angepasster Pflanzen und Tiere Leben spendend.

Ein Baum mit Nestern von Webervögeln in der Wüste Namib
© aisa, Barcelona

Der Regenmangel führt dazu, dass die meisten Flussbetten das ganze Jahr über oder auch über mehrere Jahre hinweg trocken bleiben. Zwar kann der Niederschlag die Flüsse nur für ein oder zwei Tage vor ihrer erneuten Austrocknung speisen, dennoch gibt es einige große Grundwasservorräte. Sie sind eine wertvolle Quelle für die Bewässerung der Pflanzen und werden an einigen Stellen zur Wasserversorgung der wenigen Bevölkerungszentren angezapft. Der Oranje als südliche Begrenzung Namibias ist zwar ständig Wasser führend, die politische Grenze verläuft jedoch am nördlichen Flussufer, und Namibia besitzt keine Wasserrechte.

Das Leben in der Wüste

Der Wüstengecko (Palmatogecko rangei) aus der Wüste Namib besitzt "Schwimmhäute" zwischen den Zehen seiner Füße, mit deren Hilfe er wie mit Schneeschuhen auf losem Sand gehen kann
© Il mondo degli animali - Mondadori, Mailand

Durch Kälte und Trockenheit ist das Leben in der Wüste einem sehr großen Unsicherheitsfaktor ausgesetzt. Außer den Stämmen, die mit ihren Viehherden durch das unwirtliche Terrain ziehen, wird das Gebiet nur von wenigen Menschen bewohnt. Die Dünen beherbergen eine Vielzahl von Käfern, Wanzen und anderen Insekten, die durch optimale Anpassung an das trockene Klima überleben können. Die am besten angepassten Insekten verfügen über dicke, undurchdringliche Panzer, die die Verdunstung reduzieren. Sie dienen einigen Reptilien, wie Eidechsen, Geckos und Schlangen, als Nahrung. Sowohl die Insekten als auch die Reptilien haben oftmals spezielle Gliedmaßen entwickelt, mit deren Hilfe sie sich leicht über die Sandoberfläche fortbewegen können.

Eine einmalige Art

Eine botanische Besonderheit, die nur in der Namib auftritt und keine uns bekannten verwandten Arten aufweist, ist die Welwitschia. Als wohl bemerkenswertestes Beispiel für Pflanzenanpassung in der Namib besteht diese Pflanze aus einem kurzen, rübenförmigen Stamm, von dem zwei mehrere Meter lange Blätter abzweigen, welche in Falten über dem Boden hängen und sich spalten, wenn sie von Wind und Sand gepeitscht oder zerfetzt werden. Durch tiefe Pfahl- und ausgedehnte Seitenwurzeln als Anpassung an die Trockenheit kann die Welwitschia so viel Wasser wie eben möglich aufnehmen.

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Welwitschia mirabilis
©Dirk Oberschelp

Die Pflanzen erzeugen eine Vielzahl von Samen. Allerdings ist es für junge Pflanzen unter den trockenen Bedingungen schwer, zu überleben oder zu keimen. Eine einmal entstandene Welwitschia kann jedoch 2000 Jahre alt werden. Gleichzeitig ist sie die Wirtspflanze für einen weiteren einzigartig angepassten Wüstenbewohner, eine Feuerwanze der Familie Pyrrhocoridae, die nur auf weiblichen Welwitschiapflanzen zu finden ist.

Die Küste

Dank des kalten Benguelastroms und seines reichhaltigen Fischbestands ermöglicht der Küstensaum der Namib ein reicheres Tier- und Pflanzenleben als das Wüsteninnere. Hier teilen sich Pinguine, die typisch für den südlichen Atlantik sind, ihren Lebensraum mit tropischen Flamingos. Am Kap Cross, nördlich von Swakopmund, gibt es eine Gruppe von Kaprobben, die dort zu Hause sind. Daneben existieren riesige Kolonien von Seevögeln.

Die Namib führt ihren Namen als ein "Ort der Leere" zu Recht. Allerdings ist sie durch die entwickelte Anpassung der Pflanzen und Tiere an die Umwelt auch ein interessantes und faszinierendes Gebiet. In jüngster Zeit ist der einzigartige Naturraum der Namib mehr ins Licht der Öffentlichkeit gerückt, was zu einem starken Anstieg der Touristenzahlen in diesem Gebiet geführt hat.

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Quelle: Bertelsmann Lexikon Verlag, Gütersloh