Hauptstadt von Spanien und von Madrid, 2,882 Mio. Einwohner, im Zentrum des Landes, auf Terrassen
oberhalb des Manzanares, 650m über dem Meeresspiegel; größte Stadt der Iberischen Halbinsel;
politischer, kultureller, Finanz-, Handels- und Verkehrsmittelpunkt Spaniens. Sitz des Königs und
der obersten Regierungsbehörden; Erzbischofssitz. Madrid hat sechs Universitäten, Akademien,
Kernforschungsinstitut, islamisches Kulturzentrum, Nationalbibliothek, mehr als 50 Museen (u.a.
Prado, Archäologisches Museum, Centro de Arte Reina Sofia, Sammlung Thyssen-Bornemisza im Palacio
Villahermosa), Oper, Theater; Sitz zahlreicher Großbanken, internationale Börse; Observatorium,
botanischer und zoologischer Garten. Älteste Industriezweige waren die ehemaligen königlichen
Teppich- und Porzellanmanufakturen, heute dominieren Maschinen-, Fahrzeug-, Flugzeugbau,
Metallerzeugung und -verarbeitung, Elektro-, Chemie-, Textil-, Nahrungs- und Genussmittel-,
Papier- und Druck-, Baustoffindustrie; internationale Messen; vier Kopfbahnhöfe, U-Bahn,
internationaler Flughafen (Barajas).
Stadtbild:
Die historische Altstadt ist von Bauten des 17.19.Jahrhunderts geprägt. Mittelpunkt ist die Plaza
Puerta del Sol, die über die Calle del Arenal mit dem Königspalast verbunden ist (173864, Entwurf
von F.Iuvara, Fresken von Tiepolo; mit Armería, größte Waffensammlung Europas). Südlich die Neue
Kathedrale La Almudena (1883 begonnen); im Nordwesten der Parque de la Montaña mit dem
Nubiertempel von Debod (4.Jahrhundert v.Chr., beim Bau des Assuanstaudammes abgetragen und 1970
hier aufgestellt). Zur Altstadt gehören ferner die arkadengesäumte Plaza Mayor (161719), die
Jesuitenkirchen San Isidro el Real (162664; dient heute als Kathedrale) und San Francisco el
Grande (176185), das Kloster Descalzas Reales (gestiftet 1554, heute Museum). Am Ufer des
Manzanares die Kirche San Antonio de la Florida (179298) mit Fresken von F. de Goya (hier auch
seine Grabstätte). Schwerpunkt der Stadtgestaltung wurde der Ostrand mit der Prachtallee Paseo
del Prado (177582), dem Museo del Prado, dem Parque del Retiro und dem Triumphbogen Puerta de
Alcalá (176478); Wahrzeichen Madrids ist der Kybelebrunnen auf der Plaza de la Cibeles
(18.Jahrhundert). Im Nordwesten wurde die Plaza de España mit dem Cervantesdenkmal (1927)
angelegt. Als Nord-Süd-Zentralachse entwickelte sich der Boulevard Paseo de la
Castellana. Zahlreiche moderne Bauten, u.a. Nuevos Ministerios (194042), Torre de Madrid (195459), Hochhaus
España (194753), IBM-Gebäude (196668), Bankinter (197476), Bankunión (197275), Adriatica de
Seguros (1979), Glasturm des Banco de Bilbao (1979/80), Multifunktionskomplex AZCA (1979/80),
Palacio de Congresos (1970; Entwurf der Wandkeramik von J. Miró, 1980), Bahnhof Atocha (Neubau
von J.R. Moneo, 198492). Nordwestlich von Madrid liegt der Escorial.
Geschichte:
Madrid wurde 939 als maurische Festung erwähnt, endgültig 1083 von León erobert, von
PhilippII. 1561 zum Regierungssitz erhoben (offiziell 1606). Seit dieser Zeit galt Madrid als Zentrum des
spanischen Weltreiches. Am 2.5. 1808 erhob sich Madrid gegen die napoleonischen Truppen, damit
begann der spanische Freiheitskampf. Im Spanischen Bürgerkrieg konnte sich die republikanische
Regierung Madrids bis zum 28.3. 1939 behaupten.
Vor Millionen von
Zuschauern aus aller Welt und in Anwesenheit des internationalen Hochadels haben
am Samstagmittag den 22.05.04 in Madrid der spanische
Thronfolger Prinz Felipe und die Fernsehjournalistin Letizia Ortiz geheiratet.