konstitutionelle Monarchie in Südwesteuropa auf der Iberischen
Halbinsel.
Die Gesamtfläche von Spanien beträgt 504.784 Quadratkilometer und bedeckt
damit fünf Sechstel der Iberischen Halbinsel. Von Ost nach West misst es an der
breitesten Stelle 1022 Kilometer, von Nord nach Süd 885 Kilometer.
Die längste Küstenlinie mit 2740 Kilometer erstreckt sich entlang des
Mittelmeers, vom Ost-Ende der Pyrenäen bis zur Straße von Gibraltar. Es folgt
bis zur die Küste am Golf von Cádiz. Die Häfen von Huelva, Rota und Cádiz
liegen dort. Von der Provinz Galizien im Norden von Portugal erstreckt sich die
Küstenlinie ostwärts am stürmischen Golf von Biscaya und findet ein Ende am
West-Ende der Pyrenäen, an der Grenze zu Frankreich.
Die zerklüfteten und oft schneebedeckten Pyrenäen, 435 Kilometer lang,
trennen die Iberische Halbinsel von Kerneuropa. Spanien lässt sich in mehrere
geographische Hauptregionen einteilen. Die größte bildet das Herz der
Iberischen Halbinsel. Sie heißt "el Centro" und wird von einem hohen
zerklüfteten Hochland beherrscht. Diese dünn besiedelte Region umfasst die
Hälfte der Landfläche und beherbergt ein Viertel der Bevölkerung. Die
verbleibenden drei Regionen sind Küstengürtel an den drei Seiten der
Halbinsel.
Die Region "el Norte" erstreckt sich über den Norden Spaniens, vom
Atlantik im Westen bis zu den Pyrenäen im Osten. Die galizischen und baskischen
Völker der Region bewohnen ein Zehntel der Gegend und stellen ein Fünftel der
Bevölkerung.
Die lange Mittelmeerküste bildet die Katalanisch-dominierte Region "el
Este". Dieses Gebiet im Osten umfasst nur 15 Prozent der Gesamtfläche,
aber beherbergt 30 Prozent der Bevölkerung. Barcelona, Spaniens zweitgrößtes
Stadt- und Industriezentrum liegt hier.
Die vierte Region ist "el Sur". Fast der ganze Süden gehört zu
der autonomen Region Andalusien. Das Gebiet macht 17 Prozent von Spaniens
Fläche aus. Die kleinen spanischen Besitzungen Melilla und Ceuta, liegen vor
der Küste Marokkos gegenüber von Andalusien, erweitern das Gebiet aber nur um
31 Quadratkilometer. 18 Prozent der Bevölkerung lebt im Süden.
Spanien liegt im Südwesten Europas. Mit einer Fläche von 504 782 km nimmt
es mehr als vier Fünftel der Iberischen Halbinsel ein. Zum Staatsgebiet
gehören außerdem die Balearen, die Kanarischen Inseln und die Städte Ceuta
und Melilla an der marokkanischen Küste.
Spanien ist überwiegend gebirgig. Das Tafelhochland im Landesinneren, die
Meseta, nimmt 75% der Landesfläche ein. Es wird von drei Randgebirgen begrenzt:
Im Norden vom Kantabrischen Gebirge (bis 2646 m), im Osten vom Iberischen
Randgebirge (bis 2313 m) und im Süden von der Sierra Morena (bis 1323 m). Im
Zentrum erhebt sich das Kastilische Scheidegebirge bis auf 2592 m Höhe. Die
Betische Kordillere (bis 3478 m) im Süden trennt Andalusien vom Mittelmeer. In
nordöstlicher Richtung schließen das Ebrobecken und die spanischen Pyrenäen
an das Iberischen Randgebirge an. Der höchste Berg des Staatsgebietes ist der
3718 m hohe Vulkan Teide auf der Insel Teneriffa.
Der Nordwesten Spaniens zählt mit einer Jahresniederschlagsmenge von 2500 mm
zu den regenreichsten Gebieten Europas. Dabei erreichen die mittleren
Niederschläge in der kontinentalen Meseta nur 300 bis 500 mm und im
mediterranen Süden und auf den Balearen nur 200 mm. Auf den Kanaren herrscht
subtropisches Klima.
Die Vegetation Spaniens ist sehr vielfältig. Die Wälder des immerfeuchten
Nordens bestehen aus Laubhölzern wie Eichen, Buchen und Birken. In den
Pyrenäen kommen außerdem Edelkastanien vor. Allerdings haben zahlreiche
Waldbrände und Raubbau den Forstbestand in den vergangenen Jahren erheblich
reduziert. Riesige Olivenplantagen und Weizenfelder erstrecken sich über die
Meseta. An der Mittelmeerküste gedeihen frostempfindliche Pflanzenarten wie
Steineichen, Pinien und Wacholder. Als Besonderheiten der spanischen Tierwelt
sind der Steinbock, der Rothirsch, die Ginsterkatze und der Mungo zu nennen.
Vereinzelt sind in den Pyrenäen noch Wölfe anzutreffen.
Spanien hat etwa 40,3 Mio. Einwohner, davon leben mehr als drei Viertel in
den Städten. Die kastilischsprachigen Spanier - Kastilier, Andalusier, Asturier,
Aragonier - stellen den größten Anteil an der Gesamtbevölkerung. Weitere
Volksgruppen sind die Basken, Galicier und Katalanen. Ihre Sprachen sind
regional neben Spanisch Amtssprache.
Obwohl die katholische Kirche seit 1979 nicht mehr Staatskirche ist, bekennen
sich 96% der Spanier zum römisch-katholischen Glauben. Außerdem sind etwa 32
000 Protestanten sowie jüdische und moslemische Minderheiten zu verzeichnen.
Die staatliche Sozialversicherung, bei der alle Erwerbstätigen
pflichtversichert sind, beinhaltet unter anderem Leistungen bei Unfall,
Arbeitslosigkeit und Mutterschaft. Der Schulbesuch in Spanien ist kostenlos;
jedoch besuchen zwei Fünftel der Schüler private, meist kirchliche
Lehreinrichtungen, die schulgeldpflichtig sind.
Wie Funde belegen, wurde Spanien bereits um 10 000 v.Chr. erstmals besiedelt.
Um 1100 v.Chr. wanderten die Phönizier ein. Anfang des 3. Jh. v.Chr, mit dem
Ende des Zweiten Punischen Krieges (218-201 v.Chr.), gelangte Spanien unter
Römische Herrschaft, die 400 n.Chr. mit der Völkerwanderungszeit endete.
415 eroberten die West-Goten die Halbinsel. Anfang des 8. Jh. fiel Spanien an
die Araber. In der Folge entwickelten sich die Königreiche Kastilien und Aragon
zu bedeutenden Machtzentren. Die Jahre bis 1492 sind durch die Reconquista, die
Rückeroberung der christlichen Staaten, geprägt.
Die Heirat von Isabella I. von Kastilien und Ferdinand II. von Aragonien
leitete die Vereinigung Kastiliens und Aragons 1479 ein. Das Streben nach
religiöser Einheit führte 1492 zur Vertreibung der Araber und Juden und zur
Entstehung der Inquisition. Im Dienste der spanischen Krone entdeckte Ch.
Kolumbus 1492 Amerika.
1516 fiel die spanische Königskrone an den Habsburger Karl V. Sein Sieg
über den französischen König Franz I. in der Schlacht bei Pavia 1525 machte
Spanien zur europäischen Hegemonialmacht. Karls Sohn Philipp II. wurde zur
beherrschenden Gestalt der Gegenreformation. Mit dem Untergang der Armada 1588
verlor Spanien seinen Rang als erste Seemacht Europas an England. Nach dem
Niedergang der Habsburger ging die spanische Krone um 1700 an die französischen
Bourbonen.
Die Besetzung Napoleon I. entfachte den Unabhängigkeitskrieg, der von 1808
bis 1814 währte. Im weiteren Verlauf des 19. Jh. verlor Spanien seine
Übersee-Kolonien. 1812 wurde die erste Verfassung unterzeichnet und 1873 die
Erste Republik ausgerufen.
Im Ersten Weltkrieg erklärte sich Spanien für neutral. 1923 errichtete M.
Primo de Rivera eine Militär-Diktatur, die 1931 mit der Ausrufung der Zweiten
Republik endete. Ein Putsch löste 1936 den Spanischen Bürgerkrieg aus, der
1939 zugunsten der nationalspanischen Kräfte entschieden wurde.
Auch im Zweiten Weltkrieg blieb Spanien neutral. Die 1939 errichtete Diktatur
Francos blieb bis 1975 bestehen. Nach Francos Tod leitete König Juan Carlos I.
den Aufbau einer parlamentarischen Demokratie ein.
Spanien ist seit 1978 eine parlamentarische Monarchie. Staatsoberhaupt ist
seit 1975 König Juan Carlos I. aus dem Haus Bourbon.
Die Exekutive liegt bei der Regierung. An ihrer Spitze steht der
Ministerpräsident, der vom Abgeordnetenhaus gewählt wird. Die Legislative
übernimmt das Parlament, bestehend aus der Abgeordnetenversammlung mit 350
Sitzen und dem Senat mit 255 Sitzen. Die Mitglieder beider Kammern werden in
allgemeinen Wahlen vom Volk auf vier Jahre gewählt. Ein Staatsrat als
Konsultativorgan besteht aus 23 Mitgliedern.
1982 bis 1996 war F. González Marquez von der sozialistischen Arbeiterpartei
Spaniens (PSOE) Ministerpräsident. Sein Nachfolger wurde nach den
Parlamentswahlen 1996 J.M. Aznar Lopez, Vorsitzender der siegreichen
konservativen Volkspartei (PP), dessen Minderheitsregierung (wie zuvor die
sozialistische Regierung) von der größten Regionalpartei, der katalanischen
Nationalpartei (CiU), unterstützt wird und weiterhin mit der Baskischen
Nationalpartei (PNV) und der kanarischen Regionalpartei (CC) kooperiert.
Ein kontinuierliches innenpolitisches Problem stellt die Bekämpfung der
baskisch-separatistischen Terrororganisation ETA dar. Gegen sie soll die vorige
Regierung mit illegalen Mitteln (Mordkommandos) vorgegangen sein; ein Prozeß
gegen die Verantwortlichen ist anhängig. Außenpolitisch problematisch ist der
Streit um die im Süden Spaniens gelegene britische Kronkolonie Gibraltar.
Spanien ist in 17 Autonome Regionen gegliedert, die in 52 Provinzen
unterteilt sind. Zum Staatsgebiet gehören ferner die in Nordmarokko liegenden
Hafenstädte Ceuta und Melilla.
Nach Jahren des Aufschwungs setzte 1992 in Spanien eine wirtschaftliche
Rezession ein, die sich unter anderem in einer sinkenden Industrieproduktion und
einer - insbesondere im europäischen Vergleich - sehr hohen Arbeitslosigkeit
(22,7%) äußerte.
Die Konvergenzkriterien für die für 1999 vorgesehene Europäische
Wirtschafts- und Währungsunion stellen für Spanien eine hohe Hürde dar.
Knapp 32% der Erwerbstätigen sind heute im Industriesektor beschäftigt.
Asturien, Katalonien, Madrid sowie das Baskenland sind die wichtigsten Zentren.
Zu den bedeutensten Industriezweigen zählen die Eisen- und Stahlerzeugung sowie
der Schiff- und Bergbau. Wichtig sind außerdem die Nahrungsmittel- und
Textilindustrie. 30% der verarbeitenden Industrie ist in Katalonien ansässig.
Ballungsräume der Chemiebetriebe sind Huelva und Tarragona, Andalusien ist
industriell kaum entwickelt.
Spanien ist reich an Bodenschätzen: In Katalonien wird Braunkohle, in
Asturien Steinkohle abgebaut. Bei Almadén liegen die größten
Quecksilbervorkommen der Welt, und in der Nähe von Bilbao werden Eisenerze
gefördert.
Der Anteil der Beschäftigten in der Landwirtschaft nimmt seit 1960
kontinuierlich ab. Die wichtigsten Agrarerzeugnisse sind Oliven, Zitrusfrüchte,
Getreide, Kartoffeln und Zuckerrüben. Während im niederschlagsreichen Norden
Kleinbesitz vorherrscht, überwiegt in Zentral- und Südspanien der
Großgrundbesitz. Die geographische Lage zwischen Atlantischem Ozean und
Mittelmeer macht Spanien zu einem bedeutenden Fischereiland. Jedoch hat Spanien
infolge seiner Niederlagen im Fischereikrieg mit Kanada und Marokko (1995) hohe
Verluste zu erwarten.
Seit Spaniens Beitritt zur Europäischen Union ist der Außenhandel mit den
EU-Ländern erheblich gestiegen. Wichtigste Exportgüter sind Transportmittel,
Maschinen und Nahrungsmittel (Früchte, Gemüse, Wein, Fisch). Importiert werden
vor allem Maschinen, Transportmittel, chemische Erzeugnisse und Erdöl. Der
Tourismus ist ein Hauptwirtschaftszweig Spaniens geworden.
Die Kultur Spaniens ist aufgrund der wechselvollen Geschichte des Landes sehr
vielfältig: Ob es sich um die maurischen Bauwerke (Alhambra) in Andalusien
handelt, um die gotische Kathedrale von Sevilla oder die moderne Architektur von
A. Gaudí - alle Epochen der Kunstgeschichte sind in Spanien vertreten.
Besonders in der Malerei genießt Spanien Weltgeltung. Von den zahlreichen
spanischen Meistern sind El Greco (Manierismus), D. de Velázquez (Barock) und
F. de Goya (Neo-Klassizismus) mit vielen ihrer Werke im Museo del Prado
vertreten. Zu den bekanntesten Maler unseres Jh. gehören die spanischen
Künstler P. Picasso und S. Dalí.
Als Meisterwerk der spanischen Literatur gilt M. de Cervantes' Don Quijote
(1605). Auch T. de Molinas berühmter Don Juan ist weltbekannt. Spanien hat
mittlerweile fünf Literatur-Nobelpreisträger vorzuweisen.
Der Flamenco wird immer wieder als typisch südspanischer Gesang und Tanz
angesehen, obwohl seine spanische Herkunft umstritten ist. Auch der Stierkampf
ist Ausdruck spanischer Kultur, stellt gleichsam ein Nationalfest dar.
Galicien ist ein Landschaftsmosaik, in dem sich unzählige,
naturgemäß interessante Orte aneinandereihen. Das liegt an mehreren Gründen:
erstens wegen des Vorhandenseins einer weiten Küste und kontinentaler Flächen;
zweitens wegen den Höhenlagekontrasten; drittens aufgrund der starken
klimatischen, und infolgedessen biogeographischen Unterschiede, und viertens
aufgrund seiner langen Geschichte, währenddessen der Raum von Männer und
Frauen tief geändert wurde.
Der Gegensatz Küste/Inland ist zweifellos das erste Element, das uns die
Naturmannigfaltigkeit Galiciens zu verstehen erlaubt. Die Länge der galizischen
Küste - etwa tausend zweihundert Km. - und ihr schlängelnder Umriss mit
zahlreichen Ein - und Vorsprüngen wegen der Verkettung von Rias (Meeresarme),
Baien, Buchten, Landspitzen und Kaps, all dies bildet verschiedenartige Räume,
in denen Felsenküste mit verschiedener Höhe, Strände, Lagunen und Dünen
nacheinander folgen, und vor denen kleinere und größere Inseln in Form
steinerner Pinselstriche sich befinden.
Andererseits bemerkt man eine deutliche Abstufung des Bodens von der Küste hin
zum Inland. Gleich am Meeresufer ist eine Gruppe von Gebirgen mit einer Höhe
von 500/600 m., die zu unterschiedlichen Gebieten bezüglich ihrer Umgebung
werden. Das ist der Fall von A Capelada und Montes da Candieira, zwischen den
Rias von Ortigueira und Cedeira; oder Barbanza, zwischen den Rias von Muros/Noia
und Arousa; Montes do Castrove, zwischen den Rias von Arousa und Pontevedra,
oder Montes da Groba und O Galiñeiro, südlich der Ria von Vigo.
Diese Abstufung wird in Richtung Inland wichtiger. So wenn man einen Schnitt
West-Ost durchführt, kann man beobachten, wie der Boden bis zu 1.100 m. an den
westlichen Gebirgen anstiegt, dann an den inneren Gebieten von Lugo und Ourense
abstiegt, und wieder 2.000 m. an den östlichen Gebirgen, an der Grenze mit
Asturien und Kastilien-Leon, erreicht. Diesem Element muß man noch ein anderes
hinzufügen: das Vorhandensein eines tief eingegrabenen Flußnetzes mit
zahlreichen schmalen und tiefen Tälern. Also das galicische Relief ist von
unterschiedlichen horizontalen und vertikaler Gestaltungen mit verschiedener Höhe
geprägt.
Das oben angeführte, zusammen mit der Lage Galiciens an der mittleren Breite
ermöglichen das bestehen von deutlichen klimatischen Gegensätzen. So z.B., das
Ankommen von Unwettern begünstigt die Regenfälle. Trotzdem sind sie an den
westlichen Gebirgen heftiger, weil sie die Wolken dazu zwingen, zu steigen, und
dann einen großen Teil des von ihnen transportierten Wassers fallen zu lassen.
Das erklärt beispielsweise, daß an dem Gebirge Candán, südwestlich
Galiciens, über 3.000 mm. Wasser fallen, und dagegen an dem etwas östlicher,
nach der erwähnten Gebirge liegenden Gebiet O Ribeiro nur noch 800, und noch östlicher,
an dem Gebiet Valdeorras im Flußtal des Sil 600.
Es ist also keine klimatische Einheitlichkeit vorhanden, sondern geprägte
Unterschiede zwischen den verschiedenen Gebieten Galiciens. Wenn man dazu noch
die menschliche Tätigkeit hinzufügt, die zumindest während den letzten 3.000
Jahren sehr intensiv gewesen ist, dann erklärt es sich von selbst das Bestehen
von unglaublich zahlreichen Landschaften und der Grund für die Vielfältigkeit
von naturgemäß interessanten Gebieten.
spanisch Asturias, historische Landschaft und Region im nordwestlichen Spanien.
Sie umfasst die Provinz Oviedo mit 10 604 km² und 1,1 Mio. Einwohnern. Die
Hauptstadt ist Oviedo. Asturien ist ein dicht besiedeltes, stark zerteiltes Gebirgsland am Nordhang des Kantabrischen
Gebirges. Es bietet ein ozeanisches Klima. Eine große Bedeutung hat der Bergbau (Steinkohlen- und
Erzvorkommen).
Geschichte
25-19 v. Chr. von den Römern erobert,
im 5. Jahrhundert Teil des Westgotenreichs,
vom Anfang des 8. Jahrhunderts bis 910 Königreich Asturien,
Ausgangsland der Reconquista,
seit 924 Teil des Königreichs León,
1230 mit Kastilien vereinigt.
Der spanische Thronfolger trug seit 1388 den Titel "Prinz von
Asturien."
spanisch País Vasco. Region im Norden Spaniens mit 7234 km² und 2,1 Mio. Einwohnern (davon 900 000
Basken). Die Hauptstadt ist Vitoria. Das Baskenland umfasst den östlichen Teil des Kantabrischen
Gebirges. Es besitzt einen Mittelgebirgscharakter der durch Längstalzonen verkehrsgünstig
gegliedert ist.
Auf den Hügeln und in den Tälern wird Mais-, Bohnen-, Kartoffel-, Futterrüben- und Obstanbau (Apfelwein, spanisch Sidra)
betrieben. Ansonsten lebt man von Viehzucht (Rinder und Schweine) oder vom
Fischfang in den zahlreichen Hafenorten. Es gibt nur geringere Niederschläge in den breiten Tälern und Beckenlandschaften der Südabdachung, wo Weizen an die Stelle von Mais
tritt.
Eisenindustrie auf der Basis der Erzlagerstätten bei Bilbao;
Maschinenbau, Elektro-, chemische, Nahrungsmittel-, Möbel- und Papierindustrie;
Fremdenverkehr in den Seebädern.
spanisch Castilla
das zentrale Hochland (Meseta) und die historische Kernlandschaft Spaniens es
wird durch das Kastilische Scheidegebirge in die beiden Hochflächenlandschaften Altkastilien und Neukastilien getrennt. Verwaltungsmäßig ist Kastilien gegliedert in die Regionen Kastilien-León (94 222
km², 2,5 Mio. Einwohner, Hauptstadt Valladolid) und Kastilien-La Mancha (79 461
km², 1,65 Mio. Einwohner, Hauptstadt Toledo).
Geschichte
Im 10. Jahrhundert wurde Kastilien selbständige Grafschaft;
im 11. Jahrhundert fiel es an Navarra. Ferdinand III. vereinigte Kastilien und León 1230 wieder. Granada wurde Vasallenstaat. Im 14. Jahrhundert kam die Dynastie Trastamara auf den kastilischen Thron. 1469 heiratete die kastilische Thronerbin Isabella I. den aragonesischen Kronprinzen Ferdinand den
Katholischen. Nach der Thronbesteigung in ihren Reichen (1474 bzw. 1479) regierten sie Kastilien gemeinsam. Die neue spanische Monarchie vollendete die Einigung der Halbinsel (außer Portugal) durch die Eroberung Granadas (1492) und Navarras (1512) und dehnte ihren Besitz nach Afrika und Übersee aus.
spanische Region und Provinz zwischen dem Hauptkamm der westlichen Pyrenäen und dem
Ebro mit ca. 10 391 km²und 521 000 Einwohnern. Die Hauptstadt ist Pamplona. Die Bewohner der nördlichen Gebiete sind Basken.
Geschichte
Das ehemalige Königreich Navarra gehörte zur Spanischen Mark des Frankenreichs. Graf Sancho I. machte sich wieder unabhängig und 905 zum König. Pamplona wurde Hauptstadt. Seine Nachfolger dehnten ihren Besitz zu einem großen Reich aus, das Aragón und auch Kastilien umfasste. Seit 1234 stand Navarra unter französischen Dynastien und kam 1484 an die Familie
d'Albret. Obernavarra kam 1512 an Kastilien, Niedernavarra durch Heinrich von Navarra (König Heinrich IV.) 1589 an die französische Krone (Könige von "Frankreich und Navarra").
Aragón
historische Landschaft und Region im nordöstlichen Spanien, umfasst die Provinzen Huesca, Saragossa und Teruel
mit zusammen 47 720 km² und 1,2 Mio. Einwohnern.
Die Hauptstadt ist Saragossa. Aragon besteht hauptsächlich aus dem eingesunkene Tafel- und Hügelland des Ebrobeckens, zwischen den Pyrenäen im Norden, dem Außenrand der Meseta im Südwesten und dem katalonischen Gebirge im
Osten. Es herrscht kontinentales Klima mit trockenen Sommern.
Auf den überwiegend fruchtbaren Böden neben Flussoasen (Getreide-, Zuckerrüben-, Mandel-, Oliven-, Feigen- und Weinbau).
Geschichte
Nach dem 2. Punischen Krieg römisch, nach 415 westgotisch, im 8. Jahrhundert arabisch, im 10. Jahrhundert mit anderen Gebieten zum Königreich Navarra zusammengefasst; unter Ramiro I. 1035 selbständiges Königreich. Aragóns Einfluss und Besitz dehnte sich dann auch auf Gebiete nördlich der Pyrenäen aus. 1137 kam Katalonien hinzu, 1238 Valencia und 1282 Sizilien. Die Heirat Ferdinands von Aragón mit der Erbin von Kastilien, Isabella I., vereinigte beide Königreiche und bildete den Anfang der eigentlichen spanischen Geschichte.
spanisch Cataluña, katalanisch Catalunya
Eine historische Landschaft und Region in Nordostspanien.Sie umfasst die 4 Provinzen Gerona, Barcelona, Tarragona und Lérida,
mit zusammen 31 930 km² und 6,1 Mio. Einwohnern (Katalanen).
Die Hauptstadt ist Barcelona.
Mit seinem Anteil an den östlichen Pyrenäen (Puigmal 2913 m), der Mittelmeerküste zwischen Kap Cerbère und dem Ebrodelta, dem parallel der Küste laufenden Katalonischen Randgebirge und dem östlichsten Teil des Ebrobeckens im Flussgebiet des Segre ist Katalonien ein landschaftlich außerordentlich reich gegliedertes
Gebiet.
Das Gebirge wird von mehreren Flüssen (Ebro, Llobregat, Ter) in engen Talschluchten durchbrochen; reizvolle Steilküste mit Sandstrandbuchten (Costa
Brava). Es herrscht mildes Mittelmeerklima; Kiefern-, Kastanien-, Stein- und Korkeichenwälder; Oliven-, Haselnuss- und Mandelhaine sowie Anbau von Getreide, Wein, Obst und Gemüse; Rinder- und Schweinezucht; Erz-, Braunkohlen-, Kali-, Salz- und Kalkbergbau; Fremdenverkehr.
Geschichte
Katalonien war seit 217 v. Chr. römische Provinz (Hispania Tarraconensis). 415 drangen die Westgoten, 711 die Araber in das Gebiet ein. Unter Karl dem Großen wurde Katalonien als Spanische Mark in das Frankenreich eingegliedert (778). 1137 gelangte Katalonien an Aragón. Doch verteidigten die Katalanen ihre Sonderrechte in mehreren Aufständen. Im Spanischen Erbfolgekrieg auf österreichischer Seite kämpfend, verlor Katalonien nach dem Sieg Philipps V. seine alten Sonderrechte. Nach Abschaffung der Monarchie erhielt Katalonien 1931-1936 weit gehende Autonomie. 1977 erhielt Katalonien ein neues Autonomiestatut.
Im Westen Spaniens, zwischen Portugal und "La Mancha" in Neukastilien
liegt die Autonome Region Extremadura, eines der letzten Naturparadiese Europas.
Im Norden wird das Gebiet vom Kastilischen Scheidegebirge, im Süden von der
Sierra Morena begrenzt.
In dem knapp 42000 Quadratkilometer großen Gebiet (etwa der Fläche der
Schweiz entsprechend) leben nur circa eine Million Menschen, was die Extremadura
zu einer der am dünnsten besiedelten Regionen Europas macht.
Die ausgedehnten Ebenen von Cáceres und Badajoz, die Alta (Hohe) und
die Baja (Niedere) Extremadura, werden von zentralen Gebirgsketten, den Sierras:
Las Villuercas, Montánchez und San Pedro getrennt. Die beiden grossen Flüsse
Tajo und Guadiana durchfließen sie von Ost nach West.
Das mediterrane Klima ist von milden Wintern und trockenen Sommern geprägt;
wobei Extreme durch den Einfluss des Atlantiks abgedämpft werden. Da sie im
Westen nicht durch Gebirge abgeschlossen ist, erreichen vom Meer kommende
Regenwolken die Extremadura und verwandeln sie von Herbst bis Frühjahr in eine
erst grüne, und später in vielen Farben blühende Landschaft.
Hauptstadt Spaniens und der gleichnamigen Region (8028 km², 5,02 Mio.
Einwohner).
Auf dem öden und trockenen Hochland Neukastiliens unweit der Sierra de Guadarrama (2430 m), am Manzanares, 650 m ü. M. in rauem
Klima leben
ca. 3,03 Mio. Einwohner. Madrid ist Sitz der Landesregierung, der obersten Verwaltungs-, Gerichts- und Militärbehörden, mehrerer Universitäten (die älteste gegründet 1508, seit 1836 in Madrid), Hochschulen und Akademien, der
Nationalbibliothek. Des weiteren besitzt Madrid eine alte (17. Jahrhundert) und neue Kathedrale, zahlreiche Kirchen und Klöster, königliches Schloss (18. Jahrhundert), Adelspaläste, viele Museen u. a. Prado, 2
Stierkampfarenen. Der alte Mittelpunkt ist die Puerta del Sol, verkehrsreichster Platz die Plaza de la Cibeles.
Madrid ist mittlerweile eine bedeutende Industriestadt mit Flugzeug-, Automobil- und Maschinenbau, Metall-, Elektro-, Textil-, Möbel-, Papier-, Gummi-, Leder-, chemischer und keramischer
Industrie.
Ersterwähnung im 9./10. Jahrhundert in arabischen Quellen;
1083 von Alfons VI. erobert;
seit Philipp II. (1561) Residenz der spanischen Könige;
im Spanischen Bürgerkrieg auf republikanischer Seite.
spanisch Castilla
das zentrale Hochland (Meseta) und die historische Kernlandschaft Spaniens, durch das Kastilische Scheidegebirge in die beiden Hochflächenlandschaften Altkastilien und Neukastilien getrennt. Verwaltungsmäßig ist Kastilien gegliedert in die Regionen Kastilien-León (94 222
km², 2,5 Mio. Einwohner, Hauptstadt Valladolid) und Kastilien-La Mancha (79 461
km², 1,65 Mio. Einwohner, Hauptstadt Toledo).
Geschichte
Im 10. Jahrhundert wurde Kastilien selbständige Grafschaft.
Im 11. Jahrhundert fiel es an Navarra. Ferdinand III. vereinigte Kastilien und León 1230 wieder. Granada wurde Vasallenstaat. Im 14. Jahrhundert kam die Dynastie Trastamara auf den kastilischen Thron. 1469 heiratete die kastilische Thronerbin Isabella I. den aragonesischen Kronprinzen Ferdinand den
Katholischen und nach der Thronbesteigung in ihren Reichen (1474 bzw. 1479) regierten sie Kastilien gemeinsam. Die neue spanische Monarchie vollendete die Einigung der Halbinsel (außer Portugal) durch die Eroberung Granadas (1492) und Navarras (1512) und dehnte ihren Besitz nach Afrika und Übersee aus.
historische Landschaft und Region in Ostspanien mit 23 255 km² und 4,0 Mio.
Einwohner. Die Hauptstadt ist Valencia. Die Region Valencia umfasst die schmale Küstenebene vom Ebrodelta bis zum Cabo de la Nao und der östliche Rand der Meseta, deren steiler Bruchhang von engen Tälern zerschluchtet
ist. Die Flüsse haben in der Küstenzone einen Schwemmlandstreifen aufgeschüttet und spenden dem heißen, von vielen Kanälen durchzogenen Land
Wasser.
Es gibt um den Süßwassersee La Albufera Reisanbau, Orangen-, Aprikosen-, Feigen- und Mandelbaumkulturen sowie
Gemüsefelder. Des weiteren Trockenkulturen mit Oliven, Wein an den Hängen, Schafzucht auf den höheren Lagen.
An den Küsten starker Fremdenverkehr.
spanisch (Islas) Baleares.
Inselgruppe und Region Spaniens im westlichen Mittelländischen Meer, besteht aus den eigentlichen Balearen mit der Hauptinsel Mallorca und dem kleineren Menorca und den als Pityusen bekannten Inseln Ibiza und Formentera.Sie
bilden zusammen eine Größe von 4992 km² mit ca 760 000 Einwohnern. Die Hauptstadt
bildet Palma de Mallorca.
Lang gestreckte, mit Macchien und Garriguen bedeckte Bergzüge (Puig Mayor 1445 m) erheben sich über fruchtbaren Hügelländern und Ebenen; das ausgeglichene Klima ist vollmediterran und besonders wintermild; subtropische Vegetation; Anbau von Getreide, Gemüse, Wein, Zitrusfrüchten, Mandeln, Feigen und Oliven; Großgrundbesitz; auf den höheren Lagen Schaf- und Ziegenzucht; Nahrungsmittel-, Textil- und Lederindustrie (besonders Schuhe); ausgedehnter internationaler Fremdenverkehr; Flugstützpunkt und Haupthafen ist die Hauptstadt Palma.
spanisch Andalucía.
Eine historische Landschaft und Region in Südspanien, umfasst die 8 Provinzen Almería, Cádiz, Córdoba, Granada, Huelva, Jaén, Málaga und
Sevilla mit zusammen 87 599 km² und 7,2 Mio. Einwohnern. Die Hauptstadt bildet
Sevilla.
Andalusien besteht aus zwei gegensätzlichen Naturräumen: im Nordwesten das durch die Sierra Morena im Norden abgeschlossene und vom Guadalquivir durchströmte Andalusische Tiefland, ein welliges Hügel- und Terrassenland und ausgedehnte Sümpfe im Mündungsgebiet, durch eine sandige Nehrungsküste vom Meer getrennt; im Südosten das Andalusische Gebirgsland oder die Betische Kordillere, ein bis 150 km breites und 600 km langes Kettengebirge, in der Sierra Nevada 3478 m; milde Winter, sehr heiße Sommer, geringe Niederschläge; fruchtbares, gut bewässertes Gartenland (Vegas) neben Steppe; die Landwirtschaft (Großgrundbesitz) erzeugt Oliven, Wein, Weizen, Mais, Gemüse, Südfrüchte, Baumwolle, Reis und Zuckerrohr; Korkeichenwälder (Korkgewinnung); auf den Steppen Viehzucht (Schafe, Pferde, Rinder, Kampfstiere); der Bergbau liefert Kupfer, Zink, Blei, Silber und Eisen.
Geschichte
206 v. Chr. römische Provinz Baetica; 429 westgotisch; 711 von den Arabern erobert, nach Sturz des letzten Omajjaden 1031 in Kleinstaaten zerfallen; 1492 mit dem Fall Granadas an Kastilien angeschlossen.
südostspanische Region und Provinz mit 11 314 km²und 1,1 Mio. Einwohnern. Die Hauptstadt
bildet Murcia.
Murcia das östliche Bergland der Betischen Kordillere.
Mit besonders heißem und trockenem Klima. In den Oasen der Flusstäler ertragreicher Anbau durch künstliche Bewässerung: Mandel-, Apfelsinen-
und Zitronenbaumkulturen, Seidenraupen- und Viehzucht. Des weiteren Blei-, Zink-, Kupfer-, Eisen- und Schwefelbergbau; Nahrungsmittel- und Textilindustrie.
Kanarische Inseln,
spanische Inselgruppe im Atlantik, vor der Nordwestküste Afrikas mit
ca. 7273 Quadratkilometern und 1,44 Millionen Einwohnern.
Bestehend aus Teneriffa, Gran Canaria, La Palma, Lanzarote, Fuerteventura, Gomera,
Hierro.
arabisch Sebta, spanisch verwaltete Hafenstadt im nördlichen Marokko, gegenüber von
Gibraltar mit ca. 70 700 Einwohnern.
Fischereihafen, Flottenstützpunkt.
arabisch Melîlia
spanisch verwaltete Hafenstadt im nördlichen Marokko
mit ca. 58 100 Einwohnern.
Eisen- und Bleierzexport, Werft, Fischverarbeitung; Fischereihafen.